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Friedhelm Förster meldet sich aus Vanga

25. März 2013

 

Bericht Friedhelm Förster

Lasst mich heute wieder einmal aus dem großen Land am großen Fluss Kongo, in den auch unser Fluss Kwilu fließt, berichten. Unsere Missionsstation Vanga wurde 100 Jahre alt. Inzwischen darf ich auch schon 17 Jahre hier mitleben und arbeiten.
In den letzten Jahren haben sich die medizinische Arbeit und auch die häufigsten Krankheiten verändert. Schwere Formen der Malaria und auch die hier viel bedrohlicher verlaufenden Kinderkrankheiten wie z.B. Masern kommen jetzt seltener ins Hospital, weil die Kinder durch andere Organisationen schon zu Hause vernünftige Malariamedikamente bekommen und auch durch Impfkampagnen besser geschützt sind.
Dafür gilt unsere Aufmerksamkeit nun stärker anderen Erkrankungen. Krebs bei Kindern gibt es auch gehäuft hier im Kongo. Ein Tumor, der gut zu behandeln und auch heilbar ist heißt „Burkitt-Lymphom“. Zu diesen Kindern entwickelt sich durch den langen Hospitalaufenthalt ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis. Vanga ist oft die letzte Hoffnung für die geplagten Kinder und ihre verzweifelten Eltern nach einer langen Reise durch viele andere Krankenstationen. Wir dürfen ihnen nicht nur körperlich weiterhelfen, sondern auch von der Liebe Bericht Friedhelm FörsterGottes erzählen, die uns diesen Dienst erst ermöglicht. Jung sind auf unserer Station nicht nur die vielen Patienten, sondern auch die Schwestern, Pfleger, Ärzte und Praktikanten. Seit etwa drei Jahren treffen wir uns regelmäßig zu Visiten und diskutieren
gemeinsam die Fälle. Wir wollen, dass unsere jungen Mitarbeiter eines Tages alleine die Arbeit weiterführen können. Auch unser Ultraschallservice hat sich stark entwickelt. Dies ist nun immer mein Nachmittagsprogramm, Patienten von Kopf bis Fuß schmerzfrei zu untersuchen und Mitarbeiter anzuleiten. Im gleichen Raum haben wir jetzt auch ein EKG-Gerät. Mein Traum wäre irgendwann noch ein Endoskop zur Untersuchung des Magens und Darms. Dann hätten wir hier ein richtiges Diagnostikzentrum. Mein Nebenjob ist auch noch die Überwachung der Apotheke, die Organisation der großen Bestellungen und auf die Gehaltsliste aufzupassen. Ihr seht also, dass die Aufgaben sehr vielfältig sind. Aber so ist das Leben – aber ein Leben, das wir gerne teilen mit den vielen Armen, Kranken, Gesunden, Jungen und Alten hier in Vanga. Wir sind gespannt, was der Herr in den nächsten Jahren noch alles mit uns vor hat.
(C) Ev. Kirchengemeinde Dorlar und Atzbach 2017
Bild oben links: Andrea Kusajda / pixelio.de